10. August 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Aufgrund ihrer nicht dem Reglement entsprechenden Kopfbedeckungen wurde das Frauenfussball-Team des Irans bei einem Qualifikationsspiel für die Olympischen Spiele disqualifiziert, so die Zeitschrift FrauenSicht in ihrer aktuellen Ausgabe.
Die Iranerinnen wollten aus religiösen Gründen mit dem Hidschab, der Kopf und Hals bedeckt, spielen.
Zur Spielerausrüstung heißt es im Reglement jedoch, dass das Tragen von „Gegenständen wie Schals“ nicht erlaubt sei. Laut der Fifa habe man den iranischen Verband vor dem Spiel darauf hingewiesen, die Verantwortlichen lehnten es jedoch ab, die Kopfbedeckung zu wechseln. Der Iran hat gegen die Disqualifizierung Beschwerde eingereicht.
Aus Sicht der Zeitung Die Welt, betrifft die Debatte die Frage, was Vorrang habe soll: Regelwerk oder Religion? Werden die Spielerinnen durch die Disqualifikation zum zweiten Mal zu Opfern, da ihnen mit Verweis auf die Scharia schon das Tragen von Kopftüchern vorgeschrieben ist? Die Deutsche Monika Staab war Nationaltrainerin in Bahrain und argumentiert gegenüber der FAZ: „Wenn Frauen mit Verweis auf die Fifa-Regel auf den Hidschab verzichten dürfen, dann ist das für viele eine Erleichterung.“ Was in manchen islamischen Ländern bereits möglich ist, gilt für den Iran nicht.
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08. August 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Wenn Frauen nicht bauen
Unter dieser Überschrift setzt sich das Deutsche Architektenblatt in seiner aktuellen Ausgabe mit den möglichen Gründen auseinander, warum zwar inzwischen mehr Frauen als Männer ein Architekturstudium absolvieren, im Beruf aber weiterhin stark unterrepräsentiert sind. Dies gilt auch für die Verbände und die Gremien der Kammern.
Wie in vielen anderen Berufen auch, spielen die nicht immer auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmten Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schwierige Wiedereinstiegsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. Anhand von Erfahrungen schildern Frauen, wie sie Familie und Beruf erfolgreich unter einen Hut bekommen. Der Weg in die Selbstständigkeit wird hier als eine mögliche Lösung vorgestellt. Den Artikel sowie ein Interview mit der Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen finden Sie unter www.dabonline.de .
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05. Juli 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmannstiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA)
Im deutschen Steuersystem gelingt es Müttern und Alleinerziehenden nur selten, von sogenannten Minijobs in besser bezahlte Tätigkeiten aufzusteigen. Eine solche berufliche Entwicklung lohnt sich in Deutschland finanziell kaum.
In einem typischen Vier-Personen-Haushalt (der Mann erzielt 100 Prozent des Durchschnittsverdienstes, die Frau 33 Prozent) verbleiben von jedem zusätzlich verdienten Euro der Frau nur 50 Cent in der Familienkasse. Die andere Hälfte geht an den Fiskus. Damit wird Müttern und Alleinerziehenden im deutschen Steuersystem der Übergang aus einer atypischen in eine reguläre Beschäftigung erheblich erschwert.
Übersteigt das Bruttoeinkommen der Ehefrau die 400-Euro-Grenze, muss Einkommensteuer auf die gesamten Arbeitseinkünfte gezahlt werden. Beträgt das Bruttoeinkommen zum Beispiel 500 Euro, fallen bei einem Steuersatz von 25 Prozent (ohne Berücksichtigung von Vorteilen aus dem Ehegatten-Splitting) 125 Euro Einkommensteuer an. Das Nettoeinkommen liegt also mit 375 Euro unter dem eines 400 Euro-Jobs. Die gegenwärtige Minijob-Regelung wird damit zur “Geringfügigkeitsfalle”, aus der es sich zumindest aus finanziellen Gründen nicht zu entkommen lohnt.
Minijobs, die in der Regel gering qualifiziert und niedrig entlohnt sind, bieten kaum Möglichkeiten für Weiterbildung und berufliche Entwicklung. Darüber hinaus werden nur geringe eigene Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erworben. Derartige Beschäftigungsverhältnisse führen nicht nur zu Finanzierungsausfällen in der Sozialversicherung und zu mangelnder Absicherung, sondern im Rahmen der Alterssicherung auch zu größerer Abhängigkeit von Frauen gegenüber dem Partner. Die Erwerbsintegration von Müttern über geringfügige Tätigkeiten hinaus zu verbessern, würde es dagegen auch Vätern ermöglichen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und somit insgesamt Haus- und Familienarbeit gleichmäßiger zu verteilen.
Quelle: Pressemeldung der Bertelsmannstiftung
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22. März 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Geringfügige Unterschiede gibt es nach sozialer Herkunft und dem Zeitpunkt des Wiedereinstiegs.
Wie die Zeitschrift Frauensicht in ihrer Ausgabe 1/11 berichtet, profitieren Kinder von Alleinerziehenden und aus Familien mit geringem Einkommen, wenn die Mutter bereits früh wieder in den Beruf zurückkehrt.
Ausgewertet wurden 69 Studien der letzten 50 Jahre, die den Werdegang von fast 130.000 Kindern, deren Mütter während der ersten drei Lebensjahre des Kindes wieder zur Arbeit gingen, analysierten.
Viele dieser Studien verfolgten die Entwicklung der Kinder bis ins Erwachsenenalter.
Dabei verglichen die Forscher den späteren Erfolg der Kinder in der Ausbildung, ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit und ihr Verhalten.
Die Ergebnisse zeigten unter anderem, dass die Kinder in Leistungs- und Intelligenztests bessere Ergebnisse erzielten und weniger Verhaltensprobleme als Kinder vergleichbarer Mütter haben, die nicht erwerbstätig sind.
Die Forscherinnen führen dies darauf zurück, dass Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien vor allem profitieren, weil das Einkommen der Mutter weniger Stress für die ganze Familie bedeutet. Zudem sind diese Mütter ein gutes Vorbild für die Kinder.
Laut der Psychologin Rachel Lucas-Thompson kann auch der Zeitpunkt des Wiedereinstiegs den Werdegang der Kinder beeinflussen: Nur bei einer Arbeitsaufnahme im ersten Lebensjahr entwickeln sich diese im Durchschnitt geringfügig schlechter, danach profitieren die Kinder bezüglich Verhalten und allgemeinem Entwicklungsstand.
Lediglich eine Vollzeitarbeit der Mutter hat später minimal schlechtere Leistungen des Kindes zur Folge, bei Teilzeitarbeit lassen sich keine Auswirkungen feststellen.
Quelle: Frauensicht 1/11
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18. Februar 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Zu diesem Schluss kommen drei repräsentative Umfragen der Universitäten Bielefeld und Konstanz sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Laut einer Pressemeldung der Universität Bielefeld verdienen Frauen am deutschen Arbeitsmarkt rund 20 Prozent weniger als vergleichbar ausgebildete Männer.
Eine unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen wird in der Bevölkerung zwar grundsätzlich abgelehnt, wenn jedoch nach den konkreten Vorstellungen gefragt wird, wie hoch ein gerechtes Arbeitseinkommen im konkreten Einzelfall sein sollte, so wird einer Frau ein deutlich geringerer Lohn zugebilligt als einem gleich qualifizierten Mann. Entscheidend ist dabei, dass nicht nur Männer dieser Ansicht sind, sondern Frauen haben selbst geringere Ansprüche an die Höhe ihres Erwerbseinkommens und sie gestehen auch ihren Geschlechtsgenossinnen ein deutlich geringes Einkommen zu als vergleichbaren Männern.
Zu den Ursachen für die unterschiedlichen Einkommen von Männern und Frauen tragen möglicherweise in der Bevölkerung verankerte Vorstellungen darüber bei, dass es vornehmliche Aufgabe des Mannes ist, seine Familie zu versorgen und der Platz der Frauen zunächst im Haushalt ist. Außerdem bilden sich Vorstellungen über gerechte Einkommen vor allem über Vergleiche mit anderen. Dabei besteht die grundsätzliche Tendenz, sich mit Personen zu vergleichen, die ähnliche Merkmale aufweisen wie man selbst. Dementsprechend vergleichen sich Frauen zunächst mit anderen Frauen. Wenn Frauen häufig in „Frauenberufen” tätig sind, das Lohnniveau in diesen Berufen aber niedriger ist als in „Männerberufen”, so vergleichen sie sich immer mit denjenigen, die weniger verdienen als Männer.
Quelle: Pressemeldung der Universität Bielefeld
Lesen Sie mehr: Bericht zur Studie „Einkommensgerechtigkeit in Deutschland” auf der Homepage der Universität Bielefeld
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04. Februar 2011
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Auch wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel aktuell gegen die Einführung einer verbindlichen Frauenquote in der Privatwirtschaft, wie sie von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen gefordert wird, ausgesprochen hat: Diskutiert wird die Frage nach der Quote überall.
Die WAZ hat jeweils fünf Argumente pro und contra Quote veröffentlicht. So kann jede/jeder sich selbst eine Meinung bilden.
Zum Artikel auf der Internetseite der WAZ
Und auch auf stern.de streiten sich zwei Männer, was die Frauenquote bringt.
Ihre Meinung interessiert uns! Brauchen wir eine gesetzliche Quote, oder reichen Appelle und Absichtserklärungen?
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28. Oktober 2010
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen möchte mit ihrer Kampagne “Hinter deutschen Wänden” auf eine Problematik aufmerksam machen, die häufig immer noch zu wenig Beachtung findet. Dabei wird ca. jede 4. Frau in der Bundesrepublik im Alter von 16 bis zu 80 Jahren in ihrem Leben mindestens einmal Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch ihren Beziehungspartner. Teil dieser Kampagne ist der folgende Kinospot, der aktuell in 36 Berliner Kinos gezeigt wird.
Hinter deutschen Wänden (Kino-Spot) from DOJO Werbeagentur on Vimeo.
Hilfe finden Betroffene bei der BIG Hotline unter Tel. 030 – 611 03 00 (Täglich von 9 – 24 Uhr)
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19. Oktober 2010
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
In ihrem Spezial geht die FAZ der Frage nach, warum Männer und Frauen mit derselben Qualifikation in die Berufswelt starten, aber Frauen auf der Karriereleiter nach der ersten Stufe abgehängt werden.
Liegt es wirklich daran, dass sie beim Thema Familien- und Karriereplanung „nicht genug verhandeln“ und „die Konflikte scheuen, die damit einhergehen“? Ist es ihnen tatsächlich einfach zu „unangenehm, daheim die eigenen Interessen offensiv zu vertreten, […] kompliziert, die Kinderbetreuung zu organisieren und […] mühselig, sich nach der Babypause wieder im Büro zu etablieren“
Oder sind es die Männer, die „flankiert durch die Politik, die an Kinderbetreuung spart – die Arbeitswelt so organisieren, dass Frauen das Ausscheiden aus dem Beruf leicht und die Rückkehr schwergemacht wird.“
Zum FAZ-Artikel „Die Frauenfalle“
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11. Oktober 2010
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Laut einer im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erstellten Studie der Fernuniversität in Hagen sind Frauen gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in politischen Spitzenpositionen der Kommunen nicht nur unterrepräsentiert, vielmehr sinkt ihr Anteil.
Und: Die Unterrepräsentanz der Frauen ist ausgeprägter, je wichtiger die Ämter in der Kommunalpolitik werden. Unter allen Ratsmitgliedern in deutschen Großstädten Stagniert der Frauenanteil im Durchschnitt bei 33 %, ihr Anteil auf dem Oberbürgermeisterposten sank um 5 % auf nur noch 12,7 %.
Die Stadtverwaltung Essen rangiert dabei auf Platz 61 von insgesamt 79 deutschen Großstätten und ist somit seit 2008 um 33 Plätze gefallen.
Der Frauenanteil unter den Ratsmitgliedern liegt in Essen bei 29,3%. Neben der Anzahl der Ratsmandate fließen auch der Frauenanteil an den Fraktions- und Ausschussvorsitzenden, den Dezernaten und den Oberbürgermeistern und -meisterinnen mit jeweils bis zu 4 möglichen Punkten in die Bewertung ein.
Zur Pressemeldung der Heinrich Böll-Stiftung
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09. August 2010
Ein Beitrag von: Gleichstellungsstelle
Im „Switchbord“ Nr. 192 / Sommer 2010 (Zeitschrift für Männer und Jungenarbeit) findet sich unter der Rubrik „Die Buschtrommel“ ein aktueller Kurzbericht mit der Überschrift „Der „Super-Papa“ braucht politische Unterstützung“.
Die zentrale Fragestellung „Wie geht es weiter mit der Väterpolitik?“ wurde auf einer Tagung am 23. und 24. April in der Kölner Fachhochschule behandelt.
Die Debatte der letzten Jahre zu den „Papamonaten“ im Elterngeldgesetz soll ersetzt werden durch die Bearbeitung der Frage wie kommunale Akteure in Politik und Verwaltung die Bedürfnisse und Interessen von Vätern aufgreifen können.
In insgesamt zehn Workshops wurde auf der Tagung das breite Spektrum der Facetten von Väterpolitik diskutiert, wie etwa der Abbau der “Unterväterung” in Kindergärten, Familienbildung und Grundschulen oder eine väterbewusste Unternehmenskultur.
Danach wollen Väter nicht mehr als die gesehen werden die „mitkommen“, wenn Eltern angesprochen und doch Mütter als Hauptansprechpartnerinnen gemeint sind.
Damit Väter in ihrer Rolle wahrgenommen werden braucht es nach diesem Artikel eine engagierte Väterpolitik. Dazu werden als Tagungsergebnisse zum Beispiel folgende Forderungen vorgestellt:
- Väterbeauftragte in Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Betrieben, Kindergärten und Schulen,
- Budgetierung von öffentlichen Fördergeldern, die für Väterarbeit reserviert sind,
- Überprüfung von Familien- und Elternangeboten unter dem Gesichtspunkt, ob Väter als Zielgruppe ernsthaft angesprochen werden,
- Mehr Forschung und Analysen zu den Lebenslagen von Vätern.
Die nächste Tagung des „Forum Männer“ findet im Herbst 2010 statt. Weitere Infos unter www.forum-maenner.de und www.gwi-boell.de.
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